Osteopathie – Denn alles ist mit allem verbunden

Der Osteopath erkundet eine Körperstruktur nach der anderen

Osteopathie hat längst den Status des Geheim-Tipps verloren und gilt mittlerweile als fest etablierte Therapie in der Medizin. Doch was ist Osteopathie eigentlich?

Der menschliche Körper ist Struktur: Knochen, Muskeln, Sehnen und Organe sind jedoch ganz unterschiedliche Strukturen. Sie sind, wie sie sind, weil jede dieser Strukturen eine ganz bestimmte Funktion erfüllt. Unsere Knochen geben uns Halt, unsere Muskeln können sich zusammenziehen und dehnen und ermöglichen den Knochen erst ihre Bewegung. Verbunden ist alles über das Nervensystem, das Blutgefäßsystem und das Lymphsystem. Zusammengehalten wird alles von Faszien. Dies sind dünne Bindegewebshüllen, die die einzelnen Strukturen umgeben.

Funktionsstörungen lassen sich beheben

Der Mensch tendiert dazu, die Funktion seiner Strukturen zu verändern – indem er sie überlastet, brach liegen lässt oder falsch benutzt. Die Osteopathie nimmt das Zusammenspiel von Struktur und Funktion in den Fokus. Funktionsstörungen lassen sich ablesen in der beeinträchtigten Bewegung einer Struktur. Der Osteopath schaut hier sehr genau hin und kann so Funktionsstörungen feststellen. Manuelle Techniken mit seinem Wissen angewandt, verschaffen der Struktur ihre ursprüngliche Beweglichkeit wieder. So folgt der Osteopath mit seinen Händen einer Faszie und erkundet so eine Körperstruktur nach der anderen. Er weiß: Alles ist so mit allem verbunden! Und häufig liegt die Ursache eines Schmerzes an einer ganz anderen Stelle als an der, wo es weh tut. Die Osteopathie ist somit eine ganzheitliche Methode, denn sie behandelt nicht isoliert einzelne Beschwerden oder Krankheiten, sondern immer den Menschen in seiner Gesamtheit. Dabei berücksichtigt sie, dass der Mensch über ein großes Vermögen der Selbstregulation und der Selbstheilung verfügt. Nur wenn er nicht in der Lage ist – z. B. durch Traumata, Unfälle, Operationen oder durch seelisches Ungleichgewicht – seine Selbstregulation aufrecht zu erhalten, spürt er Schmerz und Krankheit.

Anwendungsbereiche der Osteopathie

Sowohl Kinder als auch Erwachsene jeden Alters können osteopathisch behandelt werden. Aus rechtlichen Gründen ist es schwierig, an dieser Stelle Anwendungsbeispiele vorzustellen, da diese als Heilversprechen missgedeutet werden können – und diese toleriert der Gesetzgeber nicht.

Die Osteopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers. Doch manchmal reichen diese nicht aus, den Menschen wieder vollständig genesen zu lassen. So sollten z. B. akute Infektionen nicht osteopathisch behandelt werden. Unfälle, Tumorerkrankungen, andere schwere Leiden oder psychische Symptome bedürfen stets eines Facharztes. Eine osteopathische Therapie kann diese Behandlungen aber begleiten. Dies gilt auch für chronische Erkrankungen (neurologisch, rheumatisch). Hier stellt die Osteopathie eine zielführende begleitende Therapieform dar, um Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zu steigern.

Was den Patienten erwartet

Bei einer osteopathischen Behandlung begreift der Therapeut den Menschen als ganzheitliches Wesen, weshalb er in der Regel die Behandlung mit einem ausführlichen Gespräch über den Grund der Konsultation beginnt. Dann folgt eine ausführliche Untersuchung, bei der der Therapeut mit seinen Händen die Beweglichkeit, Elastizität, Spannung und den energetischen Zustand von Gelenken, Muskeln, Organen, Nerven, Gefäßen und anderen Geweben diagnostiziert. Unter Umständen werden weitere medizinische Untersuchungen angeraten wie z. B. radiologische, neurologische oder Blut-Untersuchungen. Bei der Behandlung selbst richtet sich der Therapeut nicht nur an das Gewebe des Körpers, sondern berührt gleichermaßen auch Herz und Geist des Patienten.

Nach der Behandlung sollte sich der Patient eine gewisse Zeit der Ruhe gönnen. Durch die Therapie hat der Organismus neue Informationen erhalten, wodurch sich eine neue Ordnung und ein neues Gleichgewicht im Körper einstellen können. Wer nicht gleich wieder Höchstanforderungen an sich und seinen Körper stellt, befördert den Erfolg der Behandlung. Es wird deshalb empfohlen, körperliche Reize oder Aufregungen an diesem Tag möglichst zu vermeiden. Die Wirkung der Behandlung kann zusätzlich unterstützt werden, indem man an den Folgetagen ausreichend Flüssigkeit (Quellwasser oder Kräutertees) zu sich nimmt, um Entgiftungsreaktionen zu unterstützen.

Falls Unsicherheiten bestehen oder Sie Fragen haben, geben wir Ihnen auch gerne telefonisch Auskunft.

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